Otto-Ubbelohde-Schule Marburg / Marburg

Mittagsbetreuung für Kinder der 1. und 2. Klasse

„Jedes Kind kommt auf die Welt, um zu wachsen, sich zu entfalten, zu leben, zu lieben und seine Bedürfnisse und Gefühle zu seinem Schutz zu artikulieren. Um sich entfalten zu können, braucht das Kind die Achtung und den Schutz der Erwachsenen, die es ernst nehmen, lieben und ihm ehrlich helfen, sich zu orientieren.“        Alice Miller 

  Selbstverständnis der Mittagsbetreuung

  und organisatorische Umsetzung

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Die Mittagsbetreuung (MB) bietet folgende Betreuungsvarianten an:

14-Uhr-Kinder

  • Treffen um 11.45 Uhr in der MB
  • Stuhlkreis zur Besprechung der Beschäftigungsmöglichkeiten bis 14 Uhr. In dieser Zeit wird ein Imbiss angeboten (Toast, Joghurt, Obst etc.).

15-Uhr-Kinder

  • Treffen um 11.30 Uhr zum warmen Mittagessen im Pavillon
  • Spiel- und Erholungsphase bis 14 Uhr
  • ab 14 Uhr geregelte Hausaufgabenbetreuung

des Weiteren:

  • halbstündige Abholzeiten ab 13 Uhr
  • in den Ferien Betreuungsangebot (auch für 3.- und 4.-Klässler): Die längere Betreuungszeit von 8 - 14 Uhr ist geeignet, um größere Unternehmungen anzubieten.
  • seit 2016 ist auch eine Betreuung bis 16 Uhr möglich.

 Neuigkeiten zur Mittagsbetreuung bei ousfreunde.wordpress.com

Auf Initiative der Eltern ist 1991 die Mittagsbetreuung entstanden und wird in ihrer jetzigen Form von Betreuungsteam- bestehend aus drei fest angestellten Erzieherinnen und mehreren Honorarkräften- selbständig organisiert. Der Vorstand des Fördervereins unterstützt diese Arbeit verwaltungstechnisch.

Die Räume der Mittagsbetreuung befinden sich seit Herbst 2007 in der unteren Etage der Universitätsstraße 4. Diese können die Kinder durch einen abgegrenzten Weg, der am hinteren Schulhof beginnt, erreichen. Zu Beginn eines neuen Schuljahres werden die Erstklässler von uns auf dem Schulhof abgeholt, damit der Weg eingeübt und somit die Sicherheit für das spätere Alleingehen geschult wird. Ebenso wird durch  das Alleingehen die Eigenständigkeit, Selbständigkeit und Pünktlichkeit gefördert. Die Mittagsbetreuung beginnt und endet für alle Kinder in der Universitätsstraße 4.

Auch während der Betreuungszeit, in der die Kinder zwischen unterschiedlichen Aktivitäten selbständig wählen, können die Kinder mit An- und Abmeldung bei den Betreuerinnen den Weg zwischen Schulgelände und Betreuung eigenständig hin und her pendeln.            

Ab dem Schuljahr 2009/2010 bietet die Mittagsbetreuung ein erweitertes Betreuungsmodell an, welches an das vorhandene Konzept anknüpft. Die Kinder, die einen Betreuungsplatz bis 14.00 Uhr haben, treffen sich um 11.45 Uhr in den Räumen der Mittagsbetreuung. Die Erzieherinnen unterbreiten den Kindern im Stuhlkreis vielfältige und altersübergreifende Angebote zur Beschäftigung. Die Kinder entscheiden nach der Kurzbesprechung selbständig und freiwillig, welches Angebot sie für sich nutzen wollen.

Zwischendurch gibt es einen kleinen Imbiss (Toast, Joghurt, Obst oder Ähnliches). Die Kinder, die einen Betreuungsplatz bis 15.00 Uhr haben, treffen sich zunächst um 11.30 Uhr (direkt nach Schulschluss) im Pavillon zum warmen Mittagstisch. Nach dem Essen können auch diese Kinder an den  angebotenen Aktivitäten in der Mittagsbetreuung teilnehmen. Die Mittagsbetreuung möchte direkt nach dem Unterricht keine Hausaufgabenbetreuung anbieten, da die meisten Kinder dieser Altersstufe nach dem Vormittagsunterricht eher Erholungsphasen und freie Aktivitäten brauchen. Nach der Erholungs- und Spielphase wird dann ab 14.00 Uhr eine geregelte Hausaufgabenbetreuung angeboten. Beide Varianten dienen dazu Schule ausklingen zu lassen. Um allen Kindern zu ermöglichen, dass sie die einzelnen Angebote bis zum Ende wahrnehmen können, sind halbstündige Abholzeiten ab 13.00 Uhr vorgesehen.

Die Betreuung findet nicht nur in der Schulzeit statt, sondern wird auch auf die Ferien ausgedehnt. Die längere Betreuungszeit (8.00-14.00 Uhr) ist günstig für größere Unternehmungen. Weiterhin besteht auch für die Dritt- und Viertklässler die Möglichkeit, an der Ferienbetreuung teilzunehmen. Die Wünsche der Kinder werden bei der Planung besonders berücksichtigt. Auch die Kontakte untereinander sind in dieser Zeit intensiver. Da nicht alle Kinder diese Betreuung nutzen, ist es je nach Tagesangebot möglich eine warme Mahlzeit anzubieten.

Das Team trifft sich täglich um 11.15 Uhr zur Vorbesprechung, um die Arbeitsaufgaben für diesen Tag zu koordinieren. In dieser halben Stunde bis zum Beginn der Betreuung werden wichtige organisatorische Aufgaben besprochen, Angebote abgestimmt oder auch aufgetretene Probleme des Vortages besprochen, evtl. geklärt oder auch Maßnahmen hierfür beraten bzw. neue Teambeschlüsse formuliert

Die Teamsitzungen mit allen Betreuungskräften sind in unserer Arbeit ein wichtiger Bestandteil. Sie finden in 14-tägigem Rhythmus statt. Diese Beratung nutzen wir vor allem zur Planung und Vorbereitung größerer Vorhaben, für die Gestaltung der Arbeit mit den Eltern und zu Aussprachen über unsere inhaltliche pädagogische Konzeption.

Engere Kontakte zu den Eltern erreichen wir auch mit Eltern-Kind-Veranstaltungen, Elternabenden und persönlichen Gesprächen. Damit die Verbindung zwischen Schule, Mittagsbetreuung und Vorstand des Fördervereins klappt, arbeitet eine Lehrkraft als Mittelsmann. Dadurch können Fragen oder Anliegen schnell weitergegeben und geklärt werden. Weiterhin hat die Verbindung zwischen Schule und Mittagsbetreuung den Vorteil, dass ein pädagogisch wertvoller Austausch über unterschiedliche Entwicklungsphasen der Kinder stattfinden kann. Die Vernetzung zwischen Schule und Betreuung wirkt sich somit sehr konstruktiv auf die Gesamtentwicklung des Kindes aus.

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Pädagogische Zielsetzung

In unserer täglichen pädagogischen Arbeit wollen wir folgende Aspekte und soziale Kompetenzen weiterentwickeln bzw. fördern:  

  1.  Gruppenarbeit und Umgang mit anderen

Durch Kleingruppenarbeit auch außerhalb der Stuhlkreise sowie durch gemeinsam entwickelte und mehrheitlich beschlossene Regeln (die z.B. Gewalt verbieten), lernen die Kinder, eigene und fremde Grenzen zu erkennen und zu respektieren/wahren. Die Konfliktfähigkeit der Kinder sollte durch Vermittlungsgespräche in alltäglichen Streitsituationen, Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe sowie durch gelegentliche Projekte wie beispielsweise Videorollenspiele zum Thema Gewalt verbessert werden. Die abwechselnde freiwillige Übernahme von kleinen Aufgaben zum Wohl der Gruppe (z.B. beim Küchendienst) fördert Verantwortungsbewusstsein und soziales Handeln. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus immer wieder Kindern, die im sozialen Umgang eher isoliert bleiben. Durch intensive Gespräche und Beschäftigung mit diesen Kindern und Anregungen zur Teilnahme an Gruppenaktivitäten versuchen wir, deren Integration in die Gruppe zu erleichtern/fördern.

Durch Vorlesen, freies Erzählen, Rollenspiele, diverse kreative Angebote und Bewegungsspiele wird der sprachliche, sprachfreie und kreative Ausdruck der Kinder gefördert. Beispielsweise beim gemeinsamen Zubereiten des kleinen Imbisses für alle und Abwaschen erlernen, verbessern und üben die Kinder Alltagsfertigkeiten, die zugleich Grob- und Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination und Handlungsplanung verbessern können. 

 

  2.  Entwicklung von Eigenverantwortung und Selbständigkeit

Verschiedene Spiel- und Bastelangebote und die Möglichkeit zur freien Spielgestaltung sollen Neugier und Spontaneität der Kinder fördern, ihr Interesse an der Umwelt wecken und es ihnen erleichtern, eigene Neigungen zu entdecken. Besonders durch das selbständige Abmelden beim Verlassen der Mittagsbetreuung, sowie beim Pendeln zwischen Schulgelände und Betreuung versuchen wir, Verantwortungsbewusstsein und Eigenständigkeit der Kinder zu unterstützen.

Wir erleben, dass viele Kinder nach der Mittagsbetreuung ausgeglichener nach Hause gehen als nach dem Unterricht.